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19-07-17 13:17

Ergebnisse eines Workshops zur Integration von Geflüchteten

Ende Juni wurden erste Ergebnisse des Forschungsprojekts „Integrationsprozesse von Geflüchteten in nordrhein-westfälischen Städten und Gemeinden“ im Rahmen eines Experten-Workshops an der RWTH Aachen vorgestellt. Über 20 Experten aus Köln und dem Landkreis Heinsberg diskutierten über die Dimensionen Sprache, Arbeit, Wohnen und soziale Netzwerke. Das Projekt wird seit fast einem Jahr von den drei Geographischen Instituten in Bonn, Aachen und Köln bearbeitet.

Ein zentrales Ergebnis des ersten Workshops bezieht sich auf das Verhältnis von Geflüchteten und ehrenamtlichen Helfern. So stellt Professor Claus-C. Wiegandt vom Geographischen Institut in Bonn fest, dass sich „echte Freundschaften zu Geflüchteten nur schwer einstellen und ein Miteinander auf Augenhöhe sowie gute Sprachkenntnisse entscheidend sind“. Es zeigt sich, dass intensivere Beziehungen Zeit brauchen.

Weitere Ergebnisse aus den Interviews mit Experten und Geflüchteten sowie die Diskussionen unter den Teilnehmenden zeigen, dass es sowohl in Köln als auch in den einzelnen Gemeinden im Landkreis Heinsberg große Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche gibt. Persönliche Kontakte helfen an dieser Stelle, Wohnraum zu finden. Das Erlernen der deutschen Sprache sowie die Integration in den Arbeitsmarkt stellen sich als ein lang dauernder Prozess heraus. Hier gilt es, die Maßnahmen der Arbeitsmarkteingliederung besser mit den Bedarfen der Geflüchteten abzustimmen. Dazu gehören die zeitliche Anpassung an Verpflichtungen der Kinderbetreuung sowie die Ausrichtung der Maßnahmen auf das jeweilige Bildungsniveau. Zudem betonen einzelne Experten, wie unterschiedlich die Art der Kommunikation und der Informationsbeschaffung in anderen Ländern sind und erklären damit die Probleme des Informationsflusses via Broschüren, die von den Geflüchteten oft gar nicht gelesen werden.

Im Rahmen eines Forschungsverbundes zur „Integrierenden Stadtentwicklung“ des Forschungsinstitutes für gesellschaftliche Weiterentwicklung (FGW), gefördert durch das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW, untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der drei Universitäten in Aachen, Bonn und Köln in diesem Projekt Möglichkeiten und Grenzen der Integration in Köln und im Landkreis Heinsberg. Dazu werden die beiden Perspektiven der Geflüchteten und der aufnehmenden Gesellschaft in den Blick genommen. Hierzu werden Interviews mit Geflüchteten und den zentralen Akteuren der aufnehmenden Gesellschaft geführt. Für die Gespräche mit den Geflüchteten wurden eigens studentische Hilfskräfte mit arabischen Sprachkenntnissen eingestellt, die die Forschung unterstützen.

Professorin Carmella Pfaffenbach von der RWTH in Aachen ist sehr froh über den Verlauf des Workshops: „Wir sind beeindruckt von so viel Engagement der Teilnehmenden und hoffen die noch anstehenden Workshops ebenfalls so erfolgreich für den Erfahrungsaustausch durchführen zu können.“ Der nächste Workshop – so Günther Weiss vom Institut für Geographiedidaktik in Köln - soll im Dezember mit den Geflüchteten stattfinden, mit denen derzeit noch die Interviews geführt werden.

Bei Fragen zum Projekt wenden Sie sich bitte an Francesca Adam: francesca.adam@geo.rwth-aachen.de
Weitere Infos: https://ankommen-nrw.com/



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