Neue Untersuchungen zur holozänen Genese des Unterlaufs der Inde : chronostratigraphische Differenzierung der Auelehme unter besonderer Berücksichtigung der Montangeschichte der Voreifel

  • New insights into the holocene development of the lower Inde River and the Eifel mining history : chronostratigraphic analysis of the overbank sediments

Schmidt-Wygasch, Carolin; Lehmkuhl, Frank (Thesis advisor)

Aachen : Publikationsserver der RWTH Aachen University (2011)
Doktorarbeit

Zugl.: Aachen, Techn. Hochsch., Diss., 2011

Kurzfassung

Fluviale Sedimente spiegeln nicht nur den holozänen Wandel eines Flusses wieder sondern reflektieren auch historische Entwicklungen anthropogener Aktivitäten. Der Untersuchungsraum lag im Unterlauf der Inde zwischen Inden und Altdorf im westlichen Nordrhein-Westfalen. Das Projekt hat zum Ziel, die bestehende Chronostratigraphie der holozänen Genese des feinklastischen Alluviums zu überprüfen und eventuelle Lücken zu schließen. Ein weiterer Schwerpunkt fokussiert auf die geochemischen Auswirkungen des historischen Bergbaus im Einzugsgebiet. Zur Detektierung der Schwermetallgehalte wurde ein mobiles Röntgenfluoreszenzgerät verwendet. Die vorhandene Auenkartierung konnte erweitert und korrigiert werden. Nunmehr sechs ausgegliederte Ablagerungsphasen geben Einblick in die holozäne Talentwicklung. Ab dem Subboreal entwickelten sich weite Auelehmdecken, resultierend aus den zunehmenden Eingriff des Menschen. Vier Auelehmdecken können zeitlich differenziert werden. Die durch Vergleichsmessungen im Labor validierten, in situ gewonnenen Daten von Schwermetallen belegen eine anthropogen induzierte Zunahme bei Blei und Zink mit Verjüngung der Ablagerungen. Etwa ab dem Hoch- bis Spätmittelalter liegen die Werte oberhalb des lokalen, geogenen Hintergrundwertes. Durch die Verknüpfung mit historischen Überlieferungen können die Blei- und Zinkgehalte mit der Montanhistorie im Einzugsgebiet korreliert werden. Durch die Erstellung einer Schwermetallstratigraphie können einzelne Sedimente indirekt datiert und zeitlich eingehängt werden. Ein interdisziplinäres Methodenspektrum ergab exemplarisch für neuzeitliche Auensedimente eine ganzheitliche Rekonstruktion der damaligen Landnutzungsgeschichte. Zusätzlich ergaben die Auswertungen der Zinkgehalte Einblicke in den Verzahnungsbereich am Auenrand der Inde. Durch unterschiedliche Konzentrationsbereiche von Auelehmen, Kolluvien und (Schwemm)Lössen können diese grob getrennt und interpretiert werden.

Identifikationsnummern