Jungquartäre Landschafts- und Klimageschichte der Südmongolei

  • Late quaternary landscape- and palaeoclimate development of southern Mongolia

Felauer, Thomas; Lehmkuhl, Frank (Thesis advisor)

Aachen : Publikationsserver der RWTH Aachen University (2011)
Doktorarbeit

Aachen, Techn. Hochsch., Diss., 2011

Kurzfassung

Die Südmongolei stellt eine Region innerhalb Zentralasiens dar, für die nur wenige Informationen zur Klimaentwicklung während des Jungquartärs vorliegen. Die Schwerpunkte bisheriger Untersuchungen stellen überwiegend Paläoklima-Archive aus den Regionen der nördlichen Mongolei bzw. Nordchina dar, so dass eine Datenlücke für die Südmongolei existiert. Im Rahmen dieser Arbeit konnten die klimatischen Bedingungen sowie die daraus resultierenden sedimentologischen und morphologischen Prozesse im Verlauf der vergangenen 50ka für zwei Seeeinzugsgebiete (Orog Nuur, Bayan Tohomiin Nuur) in der Südmongolei rekonstruiert werden. Den Schwerpunkt stellten hierbei drei lakustrine Bohrkerne dar, die anhand von 14C Proben datiert und sedimentologisch ausgewertet wurden. In Ergänzung dazu erfolgte eine Datierung unterschiedlicher morphologischer Strukturen (äolische und fluviale Formen) innerhalb der Einzugsgebiete durch optisch stimulierte Lumineszenz Datierungen (OSL). Morphologische Einzelbefunde aus dem Untersuchungsgebiet deuten auf ein kaltes und arides Klima, das im Zeitraum von ca. 150-120ka vorherrschte und zur Akkumulation von Terrassen führte. Zwischen 80-70ka verweisen hohe Seespiegel auf eine Phase mit warmen und humiden klimatischen Bedingungen. Die Analyse der Bohrkerne belegt ein überwiegend kaltes und arides Klima, das von 50ka bis 13ka andauerte und durch partiell austrocknende Seen und häufige Dünenaktivität gekennzeichnet wurde. Innerhalb des Zeitraumes von 35-26ka verweisen geringfügig steigende Seespiegel, sowie ein Rückgang der äolischen Aktivität auf feuchtere Umweltbedingungen. Mit dem Übergang zum Holozän zwischen 13-11ka erfolgte ein Wandel zu feuchten und wärmeren klimatischen Bedingungen, die ein Temperatur- und Feuchteoptimum zwischen 9-6ka ausbildeten. Eine partielle Austrocknung der Seen sowie eine Reaktivierung von Dünenfeldern verweist auf ein zunehmend wärmeres und trockeneres Klima, das um ca. 6ka einsetzte und bis heute andauert. Die Ergebnisse dieser Arbeit stellen den ersten hochauflösenden Datensatz dar, der aus Paläoklima-Archiven der Südmongolei gewonnen wurde. Die Ergebnisse zeigen eine generelle Übereinstimmung mit weiteren Datensätzen aus Zentralasien. Für eine flächige und detaillierte Rekonstruktion unterschiedlicher Klimasignale innerhalb Zentralasiens ist eine Verdichtung der Paläoklimadaten erforderlich.

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